🕊️Franz von AssisiReligion in Ainring

Das Leben des Franziskus

Lies die Geschichte von Station zu Station. Am Ende kannst du im Ratespiel zeigen, was du dir gemerkt hast!

🪪 Steckbrief

Name
Giovanni Bernardone, genannt Francesco
Geboren
1181 oder 1182 in Assisi (Italien)
Gestorben
3. Oktober 1226 in der Portiuncula bei Assisi
Gedenktag
4. Oktober
Beruf
Sohn eines Tuchhändlers, dann Wanderprediger
Gründete
den Orden der Franziskaner
Schutzpatron
von Italien, der Tiere und der Umwelt
Erkennungszeichen
braune Kutte mit Strick, Tiere, Wundmale
  1. 1181/82

    Ein Kind in Assisi

    Franziskus wird in der Stadt Assisi in Italien geboren. Er wird auf den Namen Giovanni (Johannes) getauft. Sein Vater Pietro Bernardone ist ein reicher Tuchhändler und reist oft nach Frankreich. Er nennt seinen Sohn deshalb „Francesco“ – das heißt „kleiner Franzose“.

    Gut zu wissen: Seine Mutter hieß Pica. Sie soll aus Frankreich gestammt haben.

  2. Fresko: Auf dem Marktplatz von Assisi breitet ein Mann seinen Mantel vor dem jungen Franziskus auf dem Boden aus.
    Giotto di Bondone: „Ein einfacher Mann ehrt Franziskus“ (um 1295–1299, Assisi)

    um 1200

    Der König der Feste

    Als junger Mann hat Franziskus viel Geld. Er trägt schöne Kleider, feiert mit seinen Freunden und singt fröhliche Lieder. Man nennt ihn den „König der Jugend“. Er träumt davon, ein berühmter Ritter zu werden.

  3. Fresko: Franziskus liegt schlafend im Bett. Christus zeigt ihm im Traum einen prächtigen Palast.
    Giotto di Bondone: „Der Traum vom Palast voller Waffen“ (um 1295–1299, Assisi)

    1202

    Krieg und Gefangenschaft

    Assisi kämpft gegen die Nachbarstadt Perugia. Franziskus zieht mit in den Krieg, wird gefangen genommen und ist ein Jahr lang im Gefängnis. Danach ist er lange krank. Er beginnt nachzudenken: Ist Reichtum wirklich das Wichtigste?

  4. 1205

    Die Begegnung mit dem Aussätzigen

    Franziskus begegnet einem Menschen mit Lepra (Aussatz). Früher hat er sich vor solchen Kranken geekelt. Doch nun steigt er vom Pferd, schenkt ihm Geld und umarmt und küsst ihn. Später sagt er: „Was mir bitter vorkam, wurde mir in Süßigkeit verwandelt.“

  5. Fresko: Franziskus kniet betend in der halb verfallenen Kirche San Damiano vor dem großen Kreuz.
    Giotto di Bondone: „Das Kreuz von San Damiano spricht“ (um 1295–1299, Assisi)

    1205

    Das Kreuz von San Damiano

    In der kleinen, zerfallenen Kirche San Damiano betet Franziskus vor einem Kreuz. Da hört er Jesus sprechen: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz verfallen ist!“ Franziskus nimmt das wörtlich und repariert die Kirche Stein für Stein.

    Gut zu wissen: Später versteht er: Gott meint nicht nur Gebäude aus Stein, sondern die ganze Kirche – die Gemeinschaft der Christen.

  6. Fresko: Franziskus steht ohne Kleider da und betet zum Himmel, der Bischof bedeckt ihn mit seinem Mantel. Links wird der wütende Vater zurückgehalten.
    Giotto di Bondone: „Franziskus gibt seinem Vater alles zurück“ (um 1295–1299, Assisi)

    1206

    Vor dem Bischof

    Um Geld für die Kirche zu haben, verkauft Franziskus Stoffe seines Vaters. Der Vater ist wütend und bringt ihn vor den Bischof. Dort zieht Franziskus seine teuren Kleider aus und gibt sie dem Vater zurück. Er sagt: „Von nun an will ich nur noch sagen: Vater unser im Himmel.“ Der Bischof legt seinen Mantel um ihn.

  7. Fresko: Franziskus kniet mit seinen Brüdern vor Papst Innozenz III., der ihm die Regel überreicht.
    Giotto di Bondone: „Der Papst bestätigt die Lebensregel“ (um 1295–1299, Assisi)

    1209

    Die ersten Brüder

    Andere junge Männer wollen leben wie Franziskus: arm, einfach und fröhlich, so wie Jesus. Sie ziehen barfuß durch das Land, helfen Kranken und erzählen von Gott. Papst Innozenz III. erlaubt ihnen diese Lebensweise. So entstehen die „Minderen Brüder“ – heute nennt man sie Franziskaner.

    Gut zu wissen: Ihr Zuhause ist die kleine Kapelle Portiuncula („kleines Stückchen“) unten im Tal vor Assisi.

  8. 1212

    Klara schließt sich an

    Die junge Klara aus einer reichen Familie in Assisi ist begeistert von Franziskus. Sie verlässt heimlich ihr Elternhaus und will ebenso arm leben. Sie gründet mit anderen Frauen eine Gemeinschaft in San Damiano – die Klarissen.

  9. Fresko: Franziskus beugt sich zu vielen Vögeln auf der Wiese hinab und spricht zu ihnen, ein Bruder schaut staunend zu.
    Giotto di Bondone: „Die Predigt an die Vögel“ (um 1295–1299, Assisi)

    um 1213

    Die Predigt an die Vögel

    Franziskus sieht viele Vögel auf einer Wiese. Er nennt sie „meine Schwestern“ und erzählt ihnen von Gott, der sie ernährt und ihnen Federn zum Fliegen schenkt. Die Vögel bleiben ganz still sitzen und hören zu, bis er sie segnet.

  10. Gemälde: In einer verschneiten Gasse von Gubbio wird der zahme Wolf von einem Metzger gefüttert, Kinder und Frauen gehen ohne Angst an ihm vorbei.
    Luc-Olivier Merson: „Der Wolf von Gubbio“ (1877, Lille)

    Legende

    Der Wolf von Gubbio

    In der Stadt Gubbio haben alle Angst vor einem gefährlichen Wolf. Franziskus geht mutig zu ihm hinaus und nennt ihn „Bruder Wolf“. Er schließt Frieden mit ihm: Die Menschen geben dem Wolf jeden Tag zu fressen, und der Wolf tut niemandem mehr etwas. Zum Zeichen legt der Wolf seine Pfote in die Hand von Franziskus.

  11. Fresko: Franziskus steht vor dem Sultan auf seinem Thron und zeigt auf ein Feuer.
    Giotto di Bondone: „Franziskus vor dem Sultan“ (um 1295–1299, Assisi)

    1219

    Besuch beim Sultan

    Mitten in einem Krieg zwischen Christen und Muslimen (dem Kreuzzug) reist Franziskus nach Ägypten. Ohne Waffen geht er zum Sultan Al-Kamil und spricht mit ihm über Gott. Der Sultan empfängt ihn freundlich. Franziskus zeigt: Frieden ist möglich, wenn man miteinander redet.

  12. Fresko: Franziskus kniet in einer Kirche und hebt liebevoll das Jesuskind aus einer kleinen Krippe, viele Brüder und Menschen schauen zu.
    Giotto di Bondone: „Die Krippe von Greccio“ (um 1295–1299, Assisi)

    1223

    Die erste Krippe in Greccio

    An Weihnachten möchte Franziskus zeigen, wie arm Jesus geboren wurde. In einer Höhle im Wald bei Greccio stellt er eine Futterkrippe mit Heu auf, dazu einen echten Ochsen und einen Esel. Viele Menschen kommen mit Fackeln und feiern Gottesdienst. Seitdem stellen wir an Weihnachten Krippen auf!

  13. Fresko: Franziskus kniet betend in einer Berglandschaft mit Bäumen. Ein durstiger Mann trinkt aus einer Quelle, die aus dem Felsen sprudelt.
    Giotto di Bondone: „Das Quellwunder“ (um 1295–1299, Assisi)

    1225

    Der Sonnengesang

    Franziskus ist krank und fast blind. Trotzdem dichtet er ein wunderschönes Lied: den Sonnengesang. Darin lobt er Gott für Bruder Sonne, Schwester Mond, Bruder Wind, Schwester Wasser, Bruder Feuer und Mutter Erde. Alle Geschöpfe sind für ihn wie Geschwister.

  14. Fresko: Die Brüder trauern um Franziskus, der auf einer Bahre liegt. Darüber tragen Engel seine Seele in den Himmel.
    Giotto di Bondone: „Der Tod des heiligen Franziskus“ (um 1295–1299, Assisi)

    3. Oktober 1226

    Willkommen, Schwester Tod

    Franziskus stirbt am Abend des 3. Oktober in der Portiuncula. Er lässt sich auf den nackten Boden legen und singt mit seinen Brüdern. Nur zwei Jahre später, 1228, wird er heiliggesprochen.

    Gut zu wissen: Sein Gedenktag ist der 4. Oktober – gleichzeitig der Welttierschutztag. Im Jahr 2026 ist sein Tod genau 800 Jahre her!

Geschafft! Jetzt bist du ein Franziskus-Kenner.

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